Die Geschichte wie in den letzten zwei Jahren aus Yelena, Frau Glajcar wurde.

Yelena Glajcar 2020

Wir schreiben den 19. Juli 2021 – die erste ausgelernte Hotelkauffrau-Auszubildende des Hotel Prinz-Luitpold-Bad meldet sich nach langer Pause ein letztes Mal zu Diensten. Mein Name ist Yelena Glajcar und im September 2019 habe ich meine Ausbildung angefangen.

Tja, und jetzt zwei Jahre später haben das Haus und ich uns ganz schön verändert. Einer von uns beiden auf Grund der vielen Renovierungen die in den letzten Monaten passierten, eine auf Grund vieler Neuerfahrungen und Erlebnisse. Darum liebes Haus, erzähle doch mal – kleiner Spaß … Lassen Sie mich einmal die letzten zwei Jahre rückblenden und auch mich einmal kurz in Nostalgie suhlen, alles begann nämlich als Masken noch nicht zur täglichen Arbeitsklamotte gehörten.

Die erste Zeit bestand ganz eindeutig aus dem notwendigen Ankommen und Kennenlernen. Ich hatte zwar schon ein Jahr zuvor ein dreiwöchiges Praktikum absolviert doch ist es nochmal ein riesen Unterschied zu der richtigen Anstellung. Anfänglich verirrte ich mich noch genauso gerne wie es die meisten Hausgäste tun, wenn sie das erste Mal bei uns bleiben, in den vielen Treppenhäusern. Einmal verpasste ich beispielsweise fast das Mittagessen, da ich im Untergewölbe nicht mehr den Weg zur Küche fand …

Dadurch, dass das Haus auf so einen festen Mitarbeiterkreis zurückgreift und einfach alle einander schon so gut und lange kennen, war es anfänglich auch ein kleines Abenteuer sich mit einzubinden und den angemessenen Platz zu finden. Wobei natürlich nicht unerwähnt bleiben darf, dass ich mit offenen Armen empfangen sowie willkommen geheißen wurde.

Nachdem ich dann mich entsprechend akklimatisiert hatte und mehr als pudelwohl an der Rezeption fühlte, kam das erste Weihnachtsfest. In welch einer Begeisterung mich dies hinterließ, können Sie bereits einem früheren Text diesen Blogs entlesen, ich denke aber immer noch gerne zurück. Besonders grinsen muss ich, wenn ich an den Moment denke, als ich am 24. Dezember 2019 um 22:00 Uhr das Rezeptionslicht löschte und gerade den Heimweg antreten wollte, dann aber doch noch von drei Gästen nach einem Taxi gefragt wurde. Der Taxi-Betrieb war natürlich nicht mehr zu erreichen und so kam es, dass ich selbst noch schnell nach Hause fuhr, bevor ich mir meine Geschenke dann auch redlich verdient hatte.

Ein ereignisreicher Jahreswechsel passierte und ich erkannte immer stolzer Stammgäste wieder – und wurde sogar auch wiedererkannt! Wenn das nicht der Beweis zur erfolgreichen Integrierung ist, weiß ich auch nicht ...

Ich fuhr zur Spätschicht den Jochpass hoch, als ich erstmals in den Nachrichten von einem fremden Virus, das in China aufgetaucht war, hörte. Ich erinnerte mich an Ebola und vergaß dann beides schnell wieder. Leider vergaß das Virus uns nicht und so kam es, dass anstatt unserer lieben Gäste von fern und nah eine lange Schließzeit in unserem Haus Urlaub machte. Ich versuchte eine gute Gastgeberin zu sein und hütete geduldig und auch ein wenig einsam das Haus, Telefon sowie E-Mail-Fach.

Damit die treuen Luitpold-Seelen uns aber weiterhin in „ein bisschen königlicher“ Erinnerung behalten, begann ich diesen Blog. Ich durchforstete Haus-Historien und fand ähnliche Geschehen in der Vergangenheit – dies brachte Hoffnung. Ich durchforstete unser Wellness-Menü nach guten Anwendungen auch für zuhause – dies brachte Entspannung. Familie Gross durchforstete alles was ihr geboten wurde, um eine möglichst schnelle Wiedereröffnung erreichen zu können – dies brachte uns unsere schmerzlich vermissten Gäste dann Anfang Juni 2020 wieder ins Haus.

Nun nahm alles wieder seinen Lauf und ich schlüpfte für einige Wochen in das Polo-Hemd der Etagen-Damen oder schaute der Prokuristin des Hauses, Frau Burger, in der Buchhaltung über die Schultern. Dann polierte ich noch einige Wochen im Service Besteck, schenkte Bier aus was das Zeug hielt und präsentierte aber mindestens genauso viel Wein. Strahlend wie ein Atomkraftwerk lief ich durch das Restaurant, nahm dort eine Suppentasse und hier ein leeres Glas mit und fühlte mich fast so wohl wie an der Rezeption.

Aber halt doch nur fast und so war es ganz wunderbar im Herbst wieder in blauem Dirndl und maskiertem Lächeln Gesichter von überall willkommen zu heißen. Leider endete das Glück wieder sehr abrupt zu einer weiteren Schließzeit über den Winter 20/21. Diese war noch länger und schleppender. Um ehrlich zu sein, fragte ich mich schlussendlich schon warum genau ich jetzt in diesem Haus saß – tag ein, tag aus und doch gab es nichts zum Begastwirten, außer vielleicht meine immer schlechter werdenden Wortwitze, aber die konnte ja sowieso niemand hören ...

Nun wurde es aber doch wieder wärmer und Inzidenzzahlen sanken stetig. Wir bekamen ein Wiedereröffnungsdatum und auf einmal summte und brummte das Haus wieder. Wie im letzten Jahr auch schon, wurde innerhalb weniger Tage alles aufgebaut, hergerichtet und vorbereitet für die ersten Anreisen. Nachdem Frau Specht und ich die ersten Gäste eingecheckt hatten und sofort altbekannte Gesichter unter Ihnen waren, war mein Grinsen größer als jede FFP-2 Maske es erlaubt und beschwingt verkündigte ich: DAS WIRD MEIN JAHR!

Seitdem sind nun schon wieder einige Monate vergangen und heute kann ich sagen: Ja, das ist mein Jahr. In diesem Jahr wurde ich offiziell zur Hotelkauffrau vom Hotel-Prinz-Luitpold-Bad ausgebildet. Und jetzt verkündige ich: DAS WIRD MEIN LEBEN! Und ich freue mich sehr, dass ich es gemeinsam mit euch, liebe Luitpold-Familie und Ihnen, liebe treuen Gäste, teilen und fortführen darf.

Aus:

Mit freundlichen Grüßen
Yelena Glajcar
Auszubildende
Rezeption

Wird:

Mit freundlichen Grüßen und bis auf ganz bald, dann aber nur noch in live und Farbe
Yelena Glajcar
Rezeption

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