Last Christmas you stole my heart and the very next year you weren’t here… Teil 16

Mein erstes Weihnachten im Hotel Prinz-Luitpold-Bad war letztes Jahr 2019 und wunderbar. – Wunderbar einzigartig.

Angefangen mit unserer Hausdame, die am ersten Advent auf der Theke der Rezeption balancierend Tannenzweige an der Decke befestigte; beschlossen mit Mundharmonika spielenden Stammgästen.
Aber lassen Sie mich nochmal beginnen…

In meiner Familie werden in den Wochen vor Weihnachten Plätzchen gebacken, sehr viel Mohn-Stollen verdrückt und am 23.12. ein Weihnachtsbaum gekauft. Das Schmücken übernehmen dann meist meine Schwester und ich, bis Geschenke verteilt werden und schlussendlich alle über den gedeckten Raclette-Tisch herfallen.

Familie Gross nimmt Weihnachten da um einiges ernster… So werden am 22.12. z.B. die Gäste zum gemeinsamen Christbaumsuchen mit Familie Gross eingeladen. Hier hat ein gross-artiger Unbekannter einige Stunden vorher irgendwo im Wald hinter dem Hotel den schönsten Baum geschmückt und wartet dann mit heißen Getränken auf, vor Glück singende, Gäste.

Am 24.12. wird am Nachmittag schon mit Plätzchen, Stubenmusik und kleinen Reden/ Gedanken der Familie die Besinnlichkeit eingeläutet und der 25.12. lädt zum Tanzen unter’m Mistelzweig ein.

Und dann, wo die Feiertage langsam wieder Einhalt gewinnen, dreht das Haus nochmal richtig auf: Angefangen mit Harmonikaklängen von altbekannten Stammgästen, dicht gefolgt von feierlichen Nachmittagen, besungen von Musikern aus dem ganzen Allgäu.

Nun gibt es allerdings Sie-Wissen-Schon-Was und darum spiele ich dieses Jahr vielmehr „Such den Gast“ anstatt „den Christbaum“… Während ich allerdings auf eine sehr kurze Luitpoldbad-Weihnachtsfeier-Historie zurückblicke, hat Herr Albert Gross in seinem ganzen Leben erst zwei Weihnachten und Herr Armin Gross bloß eines ohne Gäste verbracht! – Wobei man sagen muss, wirklich so anfühlen tut es sich auch nicht, so viele liebe Gedanken und Grüße wie wir jeden Tag von Gästen von überall erhalten, ist es fast so als seien Sie mit mir im Haus.

Darum lassen Sie uns doch einen gemeinsamen Blick aus dem Fenster werfen, wir sehen wie Bad Hindelang seine Schornsteine verschlafen in die kalte Luft dampfen lässt.
Wir sehen wie die Rotspitze und der Breitenberg geduldig wie eh und je in der Sonne schweigen.
Wir sehen wie sich vereinzelte Schneeflächen auf den Hängen hoch ins Oberjoch breit machen.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Zeit und eine Badetasche voll Mut.
Ich freue mich auf alles Kommende und mit ein bisschen königlichen Grüßen verabschiedet sich,

Yelena Glajcar
Rezeption
Auszubildende

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