Wasser-Marsch … Teil 7

Wenn Sie schon mal durch unser kleines Tal spaziert sind, ist Ihnen bestimmt aufgefallen, wie allgegenwärtig Sebastian Kneipp im Kurort Bad Hindelang ist. Mit all seinen Kneipp-Bänken und
-Becken zwischen Bad Hindelang und Bad Oberdorf ist der Ort ein wahres Fangirl des Naturheilkundlers und Priesters.

Der „Wasserdoktor“ wie das Unternehmen „Kneipp“ ihn auf seiner Website beschreibt, wurde 1821 in Oberschwaben als Sohn eines Webers geboren und wuchs mit vier Schwestern in ärmlichen Umständen auf. Allerdings brachte ihm ein verwandter Kaplan etwas Latein bei und dadurch war es ihm möglich der Armut zu entkommen und in Grönenbach das Gymnasium zu besuchen. Dort traf er Christoph Ludwig Köberlin, dem örtlichen Pfarrer und Botaniker, der ihm erstmalig die Pflanzenheilkunde näherbrachte. Während er 1848 am Dillinger Lyzeum sein Studium der Theologie begann, litt er allerdings bereits stark an einer Lungenerkrankung – vermutlichen Tuberkulose. Mit Hilfe des von Johann Siegmund Hahn „Unterricht von Krafft und Würkung des frischen Wassers in die Leiber der Menschen …“ veröffentlichten Buches kurierte er sich selbst erfolgreich aus, indem er zwei- bis dreimal wöchentlich in die eiskalte Donau sprang und im Eigenheim kalte Halbbäder durchführte.

In Verbindung mit dem Allgäu kam Kneipp, nachdem er 1855 in das – von uns nicht allzu ferne – Bad Wörishofen als Beichtvater des örtlichen Klosters versetzt wurde. Hier begegnete man ihm und seinem Vertrauen auf die Heilkräfte von Wasseranwendungen und Badaufgüssen erst mehr als misstrauisch, erst nachdem er mithilfe dieser eine ganze Rinderherde von der Mail- und Klauenseuche heilte, sah man die heilenden Fähigkeiten ein. Heute gibt es in Bad Wörishofen neben der örtlichen Therme sogar ein Museum zu seinen Ehren.

Warum ich Ihnen das alles so ausführlich erläutere? Nun, was soll ich sagen, aber schon unser prominenter Namensgeber des Hauses, Prinzregent Luitpold persönlich, war vor über 100 Jahren bekennender „Kneippianer“ in unserem Bad Hindelang. Er kannte die später folgenden „fünf Säulen der kneipperischen Therapie“.

So findet sich auch seit jeher für all diejenigen, die gerne auf dem Hotelgelände bleiben, ein wundervolles Kneippbecken neben dem Außenpool (seit Kurzen als Naturbecken gespeist vom Bächlein hinter dem Haus) und ein großer moderner Kneippraum, in dem man selber Warm- Kaltreize ausprobieren kann - in der Infrarotsauna und unserer Kältekammer – oder passende
Anwendungen von den Profis bekommt, im Spa-Bereich.

Luitpold wurde 91 Jahre alt – ich würde mal sagen, geschadet haben kann ihm seine Kneipp-Überzeugung eher weniger. Darum, Socken aus – heimisches Wasserbad marsch! – Zeit für eine kleine Erläuterung meinerseits:

1. Wasseranwendungen und Kneippgüsse:
Das Dorf Bad Hindelang hat einen wunderbaren Kurgarten mit einem kleinen, aber feinen Barfußweg welcher vom Hirschbachwäldchen (hier liegt der Park) zum Schanzpark mit Kneippbecken in Bad Oberdorf führt. Ich weiß nicht, was Sie denken, aber ein Sonnenbad am Pavillon und einem Kneippgang im Becken des Gartens mit darauffolgenden Spaziergang Richtung Bad Oberdorf durch das taufrische Gras, wirkt auf mich mehr als einladend.
 

2. Pflanzen als Heilmittel:
Entlang der vielen Wege, die das Tal durchkreuzen wächst eine ganze Menge. Daher bietet Barbara Lucas zu Frühlings- beziehungsweise Sommerzeiten stets Wildkräuterwanderungen an.
Vor einigen Jahren nahm ich an einer diesen teil und war sehr beeindruckt von den Heilkräften unserer Superheldin „Mutter Erde“. Allerdings teile ich mir leider mein Gedächtnis mit einer Eintagsfliege, daher ist das Einzige was ich Ihnen noch sagen kann, dass Wegerich (meist am Wegesrand wachsend) auf Grund des enthaltenden Aucubin, entzündungshemmend bei Schürfwunden wirkt.
Vorschlag: Wenn Sie das nächste Mal bei uns sind, unternehmen Sie die Wanderung und beim nachmittäglichen Kuchen und Suppe auf unserer Sonnenterasse, helfen Sie meiner Erinnerung auf die Sprünge. Apropos Sprünge…
 

3. Gesundheit durch Bewegung:
Ich möchte ja hier nicht angeben, aber… wussten Sie, dass wir einen niegel-nagel-neuen Fitnessraum besitzen? Unser Turmzimmer besitzt alles was ein Body-Builder-Herz begehrt – und der innere Schweinehund verabscheut. (Und schmeckt das Feierabendbier nach getaner Arbeit nicht immer doppelt so gut?)
 

4. Gesunde, bewusste Ernährung:
Gut, auf den ersten Blick schließt dies nun das Feierabendbier doch eher aus – oder?
Nicht wenn es ein Radler ist!
Wow, entschuldigen Sie, dieser Witz war verachtenswert flach, sagen wir also lieber:
Bier nur in Maßen…
 

5. Gesundheit durch Ausgeglichenheit/Lebensordnung:
Hier empfehle ich eine entspannende abendliche Routine zur innerlichen Zufriedenheit zu erstellen. Nach einer kleinen Wanderung am Tag, lässt sich der Tag bei uns am Besten beschließen mit einem Sprung in den außenliegenden Panorama-Pool in unserem Wellness-Bereich. Dies muss auch nicht zu kneippschen Maßstäben vonstatten gehen – unser Pool hat eine dauerhafte Temperatur von 26 Grad.

Zusammenfassend sind das schon alles genau die Dinge, die das liebe Bad Hindelang zu bieten hat. Ich kann Ihnen zudem versprechen, dass ich heute nach meinem Feierabend mit quietschenden Fahrrad-Reifen am Kneipp-Becken in Vorderhindelang für 10 Minuten Halt machen werde, um mir im kalten Nass die Füße zu vertreten. Tja, und was soll ich sagen – das Wassertreten ruft!

Mit vielen freundlichen Grüßen aus Bad Hindelang
Yelena Glajcar
Rezeption
Auszubildende

 

Mehr zu Kneipp inklusive einem spannenden Film, gibt es hier auf unserer Seite: https://www.luitpoldbad.de/de/wellness-allgaeu/luitpold-medical-wellness

Quellen:
https://www.kneipp.com/de_de/kneipp-magazin/sebastian-kneipp/sebastian-kneipps-leben/
https://www.oberallgaeu.de/kneipp
https://de.wikipedia.org/wiki/Sebastian_Kneipp

 

Alle Bilder: © Hotel Prinz-Luitpold-Bad_Udo Bernhart

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