Teil 39: Die Geschichte der Familie Gross
01.04.2026 - Geschrieben von Sabine Gross
Der Januar 2019 zeigte das Allgäu von seiner eindrucksvollsten Seite. Tagelang fiel Schnee, bis sich die Landschaft rund um Bad Hindelang in ein echtes Wintermärchen verwandelte. Die Schneemassen türmten sich meterhoch – und ließen uns den Alltag für einen Moment vergessen. Während draußen die Flocken unaufhörlich fielen, lief hinter den Kulissen alles auf Hochtouren. Wege mussten freigehalten, Abläufe organisiert werden – damit unsere Gäste ihren Winterurlaub im Allgäu unbeschwert genießen konnten.
Doch die Idylle bekam einen stillen Bruch: Eine Lawine zerstörte große Teile eines befreundeten Hotels im nahegelegenen Balderschwang. Ein Ereignis, das uns innehalten ließ und einmal mehr zeigte, wie kraftvoll die Natur in den Bergen sein kann. Umso dankbarer sind wir, dass unser Standort in Bad Hindelang als nicht lawinengefährdet gilt. Und dennoch: Die Freude am Winter blieb. Beste Bedingungen machten es möglich, dass das traditionelle Hornerrennen in Vorderhindelang stattfinden konnte – ein echtes Stück gelebtes Brauchtum im Allgäu. Gemeinsam mit unseren Kindern standen wir am Rand der Strecke und erlebten, wie Wagemutige auf ihren Holzschlitten ins Tal rasten.
Vom Whirlpool zur Großbaustelle
Was als kleine Idee begann, entwickelte sich im Laufe des Jahres zu einem umfangreichen Umbauprojekt. Eigentlich wollten wir nur unseren Whirlpool modernisieren. Doch nach ersten Gesprächen mit Fachleuten wurde schnell klar: Es braucht mehr. So entschieden wir uns für eine umfassende Neugestaltung unseres Wellnessbereichs – ein Schritt, der das Haus nachhaltig prägen sollte. Mitten im Winter begannen die Arbeiten. Während draußen der Schnee fiel, wurde drinnen gebaut, geplant und improvisiert. Für bestimmte Arbeiten fehlte schlicht die nötige Wärme – also entstand kurzerhand ein provisorisches Zelt mit Heizlüftern. Solche Momente gehören wohl zu jedem Bauprojekt dazu. Parallel dazu investierten wir in die Zukunft unseres Hauses: Teile des Daches wurden saniert und mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet – ein wichtiger Schritt in Richtung nachhaltiger Hotelbetrieb im Allgäu.
Ein neuer Ort der Ruhe: das Prinz-Luitpold-Spa
Aus dem bisherigen „Quelldorado“ entstand das heutige Prinz-Luitpold-Spa – ein Ort, der Ruhe, Weite und das besondere Lebensgefühl der Allgäuer Alpen vereint. Uns war wichtig, Bewährtes zu erhalten und mit Neuem zu verbinden. So fanden vertraute Elemente wie Schwebeliegen ihren Platz im neuen Konzept, ergänzt durch moderne Ruhezonen, Wasserbetten und großzügige Ausblicke in die Natur. Zur Eröffnung im Juni zeigte sich schnell, was wirklich zählt: Viele unserer Gäste setzten sich einfach hin, blickten ins Tal und genossen die Stille. Genau dieses Gefühl wollten wir schaffen.
Begegnungen, die bleiben
Was unser Haus im Kern ausmacht, sind die Menschen und die gemeinsamen Erlebnisse. Ein besonderer Moment war das Konzert von Sara Niemietz gemeinsam mit W. G. Snuffy Walden – ein Abend voller Nähe, Musik und Emotionen. Auch unser Weinberg wuchs weiter: Bei strömendem Regen wurden neue Reben gepflanzt – mit viel Engagement und echter Gemeinschaft. Heute erinnern sie uns an diesen besonderen Tag. Und dann sind da die leisen Momente: ein Sommertag am Pool, das Lachen der Kinder oder ein ruhiger Blick in die Berge.
Das Geheimnis des Allgäus
Warum fühlen sich so viele Menschen im Allgäu so wohl? Vielleicht liegt es an der Bewegung in den Bergen. Vielleicht an der klaren Luft. Oder an der Lebensweise, die hier ganz selbstverständlich gelebt wird. Immer wieder begegnen wir Menschen, die auch im hohen Alter aktiv unterwegs sind. So begleitete uns im Herbst mein Vater – mit über 70 Jahren – auf das Rubihorn.
Ein Moment, der zeigt, was diese Region ausmacht. Wenn wir nach Reisen zurückkehren und die klare Bergluft einatmen, wird uns jedes Mal bewusst: Das Allgäu ist mehr als ein Ort. Es ist unsere Heimat. Und genau die, möchten wir mit Ihnen teilen.