Hallo, ist da noch jemand?Teil 12

Hallo? Hallo? Ist da noch jemand? Viel zu lange ist es her, dass ich mich hier mal wieder zu Wort gemeldet habe, aber glauben Sie mir, ich war alles andere als faul!

Ich habe die Wiedereröffnung des Hauses für drei Tage miterlebt und hatte dann bis 03.07.2020 meinen letzten Berufsschulblock des Schuljahres 2019/2020. Für jemanden wie mich, der den praktischen Teil der Ausbildung ganz klar vorzieht, ist das so wunderbar, dass ich in meiner ersten Schicht nach meiner verpflichteten Pause kaum mehr das Dauergrinsen aus dem Gesicht bekommen habe – leider hat es keiner wahrnehmen können; Maske sei Dank.

Das ist sowieso nun das große Thema. Seit einigen Monaten dürfen wir wieder Gäste willkommen heißen,
hier meine Bestandsaufnahme:

Zuallererst muss man wirklich sagen, dass wir glücklicherweise sehr viele rücksichtsvolle Gäste haben und alle sehr bemüht sind einander bestmöglich zu schützen. Während früher jedoch oftmals ein verschmitztes Lächeln einer unserer Rezeptionistinnen die schlimmste Anfahrt in Vergessenheit gebracht hat, muss heute ein tiefer Blick in die Augen des maskierten Gegenübers mehr als tausend Worte tun…
Worte im generellen sind eher Mangelware geworden, auf Grund der Kontaktbeschränkungen zwischen Personal und den Gästen, kommt es doch vor, dass ich den Gästen nur einmal bei der Schlüsselüber- und dann einige Tage später, bei der -Rückgabe begegne. Allerdings muss man der Maske auch anrechnen, dass es fast eine Art Sprachtherapie für mich geworden ist. Dieses Stück Stoff zwingt mich nun LAUT und DEUTLICH zu sprechen, dass versuchen meine Eltern mir bereits seit zwanzig Jahren einzubläuen.

Da viele Gäste dieser Tage auf die tägliche Zimmerreinigung verzichten, stehen nun in den Fluren Versorgungstische, nicht mit Äpfeln sondern mit Seife, Wasser und Toilettenpapier. Ständig reist jemand ein Fenster auf und lässt durchlüften momentan ist dies aber sehr angenehm, da seit Tagen ein traumhaftes Wetter unser schönes Allgäu heimsucht. Und das teilen wir natürlich sehr gerne mit allen.

Glücklicherweise haben wir neben einem großen Restaurant auch eine große Liegewiese neben dem Infinity-Pool, so räkeln sich unsere Gäste des späten Mittags nach Kaffee und Kuchen (aus dem Biergarten) in der Sonne  - übrigens hier ohne Maske - und meine Erinnerung an die Totenstille, welche das Haus beherrschte, ist fast mit tausend Wünschen der neuen Gäste überschrieben worden. Wenn, wenn es nicht diesen Blog gäbe.

In den kommenden Wochen stehen aber auch wieder viele Veränderungen an… Als rasende Azubi-Reporterin werde ich hier natürlich weiterhin darüber berichten, schließlich besteht die Ausbildung zur Hotelkauffrau nicht nur aus Rezeptionstelefon betreuen und Computermaus streicheln…

Bleiben Sie daher gespannt – ich bin es auch!

Bis auf ganz bald
Yelena Glajcar
Rezeption

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